Am Donnerstag verzeichneten die weltweiten Aktienmärkte Zuwächse, getrieben von den Erwartungen an das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Peking. Die Rallye an der Wall Street und in Europa führten Investoren auf die Aussicht auf eine Entspannung im Handelskonflikt sowie auf Fortschritte bei der Beilegung der Krise in der Straße von Hormus zurück.
Indizes in den USA und Europa im Plus
Am Mittwoch kletterte der S&P 500 um 0,6 % auf 7444,25 Punkte und markierte damit ein neues Allzeithoch. Der Nasdaq Composite legte um 1,2 % zu und festigte mit 26 402,34 Punkten ebenfalls ein Rekordniveau, wobei insbesondere Technologieunternehmen einen wesentlichen Beitrag leisteten. Der Industrieindex Dow Jones gab hingegen geringfügig um 0,1 % nach und schloss bei 49 693,20 Punkten.
Zu Handelsbeginn in Europa verbesserte sich der britische FTSE 100 um 0,3 % auf 10 351,36 Punkte – die britische Wirtschaft wuchs im März trotz der negativen Auswirkungen des Iran-Krieges um 0,3 % und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Der französische CAC 40 stieg um 0,6 % auf 8057,64 Zähler, während der deutsche DAX um 1,4 % auf 24 462,22 Punkte kletterte.
Unterschiedliche Tendenzen an den asiatischen Märkten
In Asien bot sich ein uneinheitliches Bild. Der japanische Nikkei 225 schloss mit einem Minus von 1 % bei 62 654,05 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf aufgrund starker Unternehmenszahlen kurzzeitig ein Intraday-Hoch von über 63 700 Punkten erreicht hatte.
Der südkoreanische Kospi-Index stieg um 1,8 % auf 7981,41 Punkte und erreichte einen neuen Höchststand, beflügelt durch Kursgewinne bei Technologieaktien, die vom Boom der künstlichen Intelligenz profitieren. Der Shanghai Composite sank um 1,5 % auf 4177,92 Zähler, während der Hang Seng in Hongkong nahezu unverändert bei 26 389,04 Punkten verharrte. Der australische S&P/ASX 200 legte leicht um 0,1 % auf 8640,70 Punkte zu.
Lage an der Straße von Hormus und Entwicklung der Energiepreise
Die Ölpreise entwickelten sich uneinheitlich, da der Krieg im Iran ohne Aussicht auf eine baldige Lösung in den dritten Monat ging. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent stieg um 0,2 % auf 105,87 US-Dollar (90,42 Euro) – ein Wert, der deutlich über dem Niveau von rund 70 US-Dollar vor Ausbruch des Konflikts Ende Februar liegt.
Die US-Sorte WTI verbilligte sich um 0,2 % und notierte bei 100,86 US-Dollar (86,14 Euro) pro Barrel. Die Internationale Energieagentur warnte unterdessen, dass die weltweiten staatlichen und kommerziellen Ölreserven infolge der Lieferunterbrechungen in der Straße von Hormus in rekordverdächtigem Tempo schrumpfen.
Die Bedeutung des Trump-Xi-Gipfels und die Erwartungen der Anleger
Nach Angaben des Weißen Hauses erörterten Trump und Xi bei ihrem Treffen eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den USA und China und waren sich einig, dass die Straße von Hormus offen gehalten werden müsse. Einige Investoren setzten darauf, dass China seine engen wirtschaftlichen Verbindungen zum Iran nutzen könnte, um Teheran zur Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der Region zu bewegen.
Trumps Delegation in China gehörten unter anderem Nvidia-Chef Jensen Huang, Elon Musk (Tesla) und Tim Cook (Apple) an, was die Hoffnung auf eine Lockerung der Exportbeschränkungen für moderne H200-Chips nach China nährte. Führende US-Wirtschaftsvertreter trafen sich am Donnerstag zudem mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Qiang und betonten dabei, wie wichtig die Aufrechterhaltung des bilateralen Handels und des technologischen Austauschs sei.
Finanzielle und politische Rahmenbedingungen während des Aufschwungs
Parallel zu den Kursgewinnen an den Märkten sank die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen leicht von 4,47 % auf 4,46 %, verblieb damit aber deutlich über dem Stand von etwa 3,97 % vor Kriegsbeginn im Iran. Den Daten für April zufolge stiegen die Erzeugerpreise in den USA aufgrund des durch den Iran-Konflikt ausgelösten Energieschocks sprunghaft an.
Zudem bestätigte der US-Senat Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der Federal Reserve; er tritt die Nachfolge von Jerome Powell an, den Trump wiederholt für zu zögerliche Zinssenkungen kritisiert hatte. Der US-Dollar wertete geringfügig auf 157,91 Japanische Yen auf (zuvor 157,86), während der Euro bei etwa 1,1709 US-Dollar gehandelt wurde.



