Visa und Mastercard steigen in das Stablecoin-Geschäft ein: Wie Open USD die Regeln des Geldes verändert

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

Wenn die Giganten des traditionellen Zahlungsverkehrs – Visa und Mastercard – einem Konsortium aus 140 Unternehmen beitreten, um den Stablecoin Open USD einzuführen, ist das weit mehr als nur eine Randnotiz aus der Krypto-Welt. Es ist ein klares Signal dafür, dass die Grenzen zwischen althergebrachten und modernen Finanzen schneller verschwimmen, als wir es wahrnehmen.

Das Open-Standard-Konsortium, dem unter anderem Stripe, Coinbase, BlackRock sowie Dutzende Banken angehören, hat die Schaffung eines an den US-Dollar gekoppelten Stablecoins angekündigt. Die Markteinführung ist bis Ende 2026 geplant. Das Hauptmerkmal liegt in der kostenlosen Emission und Rücknahme ohne Volumenbegrenzung, während die Erträge aus den Reserven nach Abzug der Betriebskosten unter den Teilnehmern aufgeteilt werden.

Für den Durchschnittsbürger mag dies wie ein weiterer digitaler Dollar wirken. Doch hinter der Fassade tobt ein Kampf um die Kontrolle über die globalen Geldströme. Traditionelle Kartennetzwerke haben über Jahrzehnte hinweg Gebühren für jede einzelne Transaktion erhoben. Stablecoins versprechen dagegen Sofortüberweisungen ohne Zwischengeschaltete. Nun werden Visa und Mastercard selbst Teil dieses Systems, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Stellen Sie sich vor: Sie überweisen Geld ins Ausland. Statt hoher Bankgebühren und Verzögerungen nutzen Sie einen Stablecoin, der rund um die Uhr und nahezu kostenlos funktioniert. Für Freiberufler, Migranten und kleine Unternehmen bedeutet dies eine echte Ersparnis. Es gibt jedoch auch eine Kehrseite: Die großen Akteure entscheiden darüber, wer die Reserven verwaltet und wie die Gewinne verteilt werden.

Historisch gesehen war Geld schon immer ein Machtinstrument. Banken und Staaten kontrollierten dessen Zirkulation. Jetzt schafft ein Zusammenschluss aus Zahlungsriesen und Krypto-Unternehmen eine Alternative, in der die Teilnehmer die Regeln selbst schreiben. Dies ist keine Revolution, sondern eine Evolution: Etablierte Akteure passen neue Technologien ihren eigenen Bedürfnissen an.

Für private Finanzen könnte Open USD ein praktisches Instrument für Ersparnisse und Überweisungen werden. Man darf jedoch nicht vergessen: Ein Stablecoin bleibt an den Dollar gekoppelt und hängt vom Vertrauen in die Emittenten ab. Die Regulierungsbehörden haben bereits damit begonnen, Grenzen zu setzen – wie etwa in den USA mit den jüngsten Gesetzesinitiativen.

Letztendlich erhalten wir nicht bloß einen neuen Token, sondern eine Erinnerung daran, dass Geld immer eine Frage von Vertrauen und Kontrolle ist. Achten Sie genau darauf, wer die Schlüssel zu Ihren Ersparnissen in den Händen hält.

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Quellen

  • Visa, Mastercard join 140 businesses to launch Open USD stablecoin

  • Consortium including Visa, Mastercard jointly launch new global stablecoin

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