Der König von Marokko, Mohammed VI., ernannte Fatima Ezzahra El Mansouri als erste Frau zur Premierministerin des Landes. Dies gab der Königspalast am 29. September 2026 bekannt.
Die Entscheidung folgte auf den Sieg ihrer Partei „Authentizität und Modernität“ (PAM) bei den Parlamentswahlen am 23. September. Die Partei erhielt die größte Zahl an Sitzen in der unteren Kammer des Parlaments.
El Mansouri, eine 50-jährige Juristin und Bürgermeisterin von Marrakesch, bekleidete zuvor das Amt der Ministerin für Landesplanung, Stadtplanung, Wohnungsbau und Stadtpolitik. Im Februar 2024 wurde sie zudem Koordinatorin der PAM-Führung.
Der König wählte sie anstelle von Fouzi Lekjaa, einem anderen prominenten Politiker derselben Partei. Die Ernennung kam für viele Beobachter überraschend.
Dies ist ein historischer Schritt für Marokko: El Mansouri ist die erste Frau in diesem Amt seit dessen Einrichtung im Jahr 1911. In der arabischen Welt wird sie nach Najla Bouden in Tunesien erst die zweite Frau an der Spitze einer Regierung sein.
Wie wird sich ihre Ernennung auf die politische Landschaft des Landes auswirken? Die Partei PAM führt zwar, erhielt jedoch keine absolute Mehrheit, was die Bildung einer Koalition erforderlich machen könnte.
El Mansouri wurde im Jahr 1976 geboren, studierte an der Universität Montpellier und verfügt über Erfahrung in der kommunalen Selbstverwaltung. Ihre Ernennung unterstreicht die allmählichen Veränderungen in der Rolle der Frauen in der marokkanischen Politik.
