Google hat eine Patentanmeldung für AR-Brillen eingereicht, die Fragen des Nutzers anhand einer Zeigegeste mit dem Finger und der Blickrichtung erkennen. Die Anmeldung wurde am 9 April 2026 eingereicht und am 15 Oktober veröffentlicht. Das System erfordert weder Sprachbefehle noch Berührungen — es genügt, einfach auf ein Objekt zu zeigen.
Zwei neuronale Netzwerkmodule arbeiten zusammen. Das erste wandelt die Handbewegung, die Fingerposition und die Blickrichtung in eine Textabfrage um. Das zweite findet die Antwort und gibt sie als virtuelle Markierung oder Linie aus, die an dem realen Objekt im Sichtfeld „befestigt“ ist. Die Brille berücksichtigt die Dauer der Geste, den Abstand zum Finger und den Kontext der umgebenden Gegenstände.
Ein Beispiel aus der Beschreibung: Beim Einrichten eines Routers zeigt der Nutzer auf den Anschluss, und die Brille zeigt sofort die Anleitung zum Anschließen direkt auf dem Gerät an. Das System kann außerdem Text von Etiketten ablesen und vor Risiken warnen — etwa wenn eine Kaffeetasse neben einer Festplatte steht. Zusätzlich lässt sich die Geste mit einer kurzen Phrase wie „wie verbinde ich diese Teile“ kombinieren.
Im Patent wird die Verarbeitung auf dem Gerät erwähnt, um Gesichter und Dokumente vor dem Senden von Daten in die Cloud zu verpixeln. Das verringert Datenschutzrisiken. Das Patent garantiert jedoch nicht die Markteinführung eines Produkts — Google registriert regelmäßig Ideen, von denen viele nicht bis zur Serienproduktion gelangen.
Das Patent ergänzt die Richtung Android XR und die Integration von Gemini. Zuvor hatte Google auf der I/O Prototypen von Brillen mit fortschrittlicher KI demonstriert, doch konkrete Termine für die Markteinführung eines Modells mit dieser Funktion gibt es noch nicht. Auch Wettbewerber — Meta und Apple — patentieren aktiv ähnliche Lösungen für AR-Brillen.
Das Patent beschreibt eine bequeme Interaktionsmethode ohne überflüssige Schritte, doch die tatsächliche Genauigkeit und der Komfort im Alltag sind bislang nicht überprüft.

