Ästhetisch, kühn oder nur ein Abklatsch? Das Erfolgsgeheimnis der Solo-Serie „Berlin“

Autor: Svitlana Velhush

Untertitel: Berlin und die Dame mit dem Hermelin | Offizieller Teaser | Netflix

„Berlin“ ist das lang erwartete Spin-off des spanischen Erfolgsthrillers „Haus des Geldes“ (La Casa de Papel), das am 29. Dezember 2023 auf Netflix Premiere feierte.

Die Serie fungiert als Prequel und beleuchtet das Leben eines der charismatischsten und zugleich widersprüchlichsten Charaktere des Originals – Andrés de Fonollosa, besser bekannt als Berlin – während seiner „goldenen Ära“, lange vor dem legendären Überfall auf die spanische Banknotendruckerei.

Eine farbenfrohe Welt und exzentrische Charaktere

Die Serie besticht durch ihre unglaubliche visuelle Kraft und dichte Atmosphäre. Das Duo Álex Pina und Esther Martínez Lobato hat „Berlin“ bewusst leichter und humorvoller als „Haus des Geldes“ konzipiert, wobei der Fokus verstärkt auf Romantik und Extravaganz liegt.

Das Star-Ensemble:

Pedro Alonso verkörpert Berlin erneut in brillanter Weise – ein soziopathischer, aber charmanter Dieb mit exquisiten Manieren und einem komplexen Naturell.

Er wird von einer ebenso schillernden Besetzung begleitet:

  • Michelle Jenner (Keila) – eine Schauspielerin mit starkem Charisma
  • Begoña Vargas (Cameron) – die talentierte Darstellerin in einer der Hauptrollen
  • Julio Peña (Roi) – ein Nachwuchstalent, das die Zuschauer im Sturm eroberte
  • Tristán Ulloa (Damián) – ein erfahrener Meister für exzentrische Rollen

In der zweiten Staffel, die am 15. Mai 2026 veröffentlicht wurde, ergänzte Samantha Siqueiros in der Rolle der Camille Polignac das Ensemble.

Warum lohnt sich das Einschalten?

„Berlin“ bietet die perfekte Mischung aus Krimi-Thriller, romantischem Drama und Komödie. Die Serie offenbart die menschliche Seite Berlins: seine zwanghafte Romantik, seine Empathie und seine ganz eigene Weltanschauung.

Lässt sich eine erfolgreiche Kriminalsaga um eine Figur aufbauen, die von den Autoren voreilig bereits in der zweiten Staffel der Hauptserie geopfert wurde? Netflix lieferte den Beweis, dass dies möglich ist. Der charmante Psychopath und Ästhet Andrés de Fonollosa, besser bekannt als Berlin, kehrte nicht bloß für nostalgische Rückblenden auf den Bildschirm zurück, sondern als unangefochtener Protagonist seines eigenen Franchise.

Die Verbindung zum Original „Haus des Geldes“ (La Casa de Papel) ist hier strukturell, aber fein nuanciert. „Berlin“ ist ein klassisches Prequel. Die Handlung spielt etwa vier Jahre vor der berühmten Stürmung der spanischen Banknotendruckerei. Zu diesem Zeitpunkt weiß der Protagonist noch nichts von seiner tödlichen Krankheit, trägt nicht den kultigen roten Overall und genießt in vollen Zügen seine „goldene Ära“ als Profidieb. Für die Fans der ersten Stunde haben die Macher willkommene Anhaltspunkte eingebaut: In den Ermittlungen tauchen immer wieder die bekannten Gesichter der Inspektorinnen Raquel Murillo und Alicia Sierra auf. Sogar Berlin selbst erwähnt beiläufig seinen Bruder, den Professor, welcher in diesem Moment „sein Leben der Ausarbeitung eines einzigen Projekts widmet“.

Tonal handelt es sich jedoch um ein völlig anderes Werk. Während „Haus des Geldes“ den Zuschauer mit Klaustrophobie, engen Räumen und schwerem psychologischem Drama fesselte, präsentiert sich das Soloprojekt von Álex Pina und Esther Martínez Lobato als glanzvoller, sonnendurchfluteter Abenteuerroman. Die Formel des Verbrechens hat sich gewandelt. Der Kampf gegen das System ist reinem Hedonismus gewichen.

Die Besetzung wurde mit einem Fokus auf Extravaganz und äußeren Glanz zusammengestellt. Pedro Alonso hat die Rolle des narzisstischen Anführers als Berlin zur Perfektion getrieben. Er singt, verliebt sich, begeht aus Liebe Unbesonnenheiten und leitet ein neues Team junger Abenteurer, deren Charaktere bewusst im Kontrast zu den rauen serbischen Söldnern oder den Rebellen der Originalserie stehen. Diese Lebhaftigkeit spricht ein neues Publikum an, das auf die Schwere des alten Dramas verzichten kann.

Die Veröffentlichung der zweiten Staffel im vergangenen Mai, in der sich der Schauplatz von Paris nach Sevilla verlagerte und ein Gemälde von Leonardo da Vinci zum Ziel wurde, bewies: Die Formel funktioniert weiterhin. Es ist ein leichtfüßiges, ästhetisches Spektakel, das die Grenzen von Streaming-Franchises erweitert. Haben die Autoren aus vergangenen Fehlern gelernt? Definitiv. Sie haben begriffen, dass das Publikum manchmal kein Manifest gegen den Kapitalismus braucht, sondern schlicht eine ästhetische Illusion, dargeboten von exzentrischen Profis.

Die Zuschauer dürfen sich freuen auf:

  • Exquisiten Stil und die Atmosphäre von Paris
  • Exzentrische Dialoge und charismatische Charaktere
  • Fesselnde Raubüberfälle mit komödiantischen Elementen
  • Romantische Handlungsstränge, die neue Seiten von Berlin zeigen

Es ist ein absolutes Must-watch für alle Fans von „Haus des Geldes“ und Liebhaber des hochwertigen spanischen Kinos mit seinem unverwechselbaren Charme und Esprit!

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Quellen

  • Berlin Series Review

  • Сериал «Берлин»: все отсылки к «Бумажному дому»

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