Israels größte Bank öffnet sich wieder für Bitcoin

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

Israels größte Bank, die Bank Leumi, hat eine neue Partnerschaft mit Galaxy Digital bekannt gegeben: Bereits Anfang 2027 können Kunden Bitcoin, Ether und Solana direkt über die Leumi Trade App kaufen, verwahren und verkaufen. Dies ist der zweite Versuch, nachdem ein erster Anlauf im Jahr 2022 scheiterte, da die Aufsichtsbehörde damals kein grünes Licht erteilt hatte. Nun haben sich die Regeln geändert, und die Tür hat sich einen Spalt weit geöffnet.

Im Jahr 2022 beabsichtigte Pepper Invest, den Handel über Paxos zu ermöglichen, doch die Umsetzung scheiterte in der Genehmigungsphase mit der Bank von Israel. Zu jener Zeit verzögerten Banken automatisch Einzahlungen, die mit Kryptowährungen in Verbindung standen, und lizenzierte Unternehmen durften lediglich mit einer begrenzten Auswahl an Coins ohne klare Aufbewahrungsvorschriften operieren. Im Sommer 2026 schaffte die Aufsichtsbehörde die automatischen Verzögerungen ab, untersagte die Ablehnung von Einzahlungen von lizenzierten Plattformen und führte Kapitalanforderungen sowie eine Trennung der Kundenvermögen ein. Ein Rundschreiben im August ermöglichte daraufhin den Zugang zu den 50 größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung.

Galaxy Digital erweist sich als bewährter Partner: Das Unternehmen verfügt über Lizenzen aus New York, und seine Custody-Lösungen basieren auf der GK8-Technologie mit Luftspalt. Die Ausführung von Transaktionen erfolgt über die institutionelle Plattform GalaxyOne. Für Leumi, die rund 2,5 Millionen Privatkunden betreut, bietet dies die Möglichkeit, digitale Assets direkt in die gewohnte Bankoberfläche zu integrieren, ohne dass eine separate Anwendung erforderlich ist.

Hinter dieser offensichtlichen Liberalisierung steht keine plötzliche Zuneigung zu Kryptowährungen, sondern vielmehr eine pragmatische Kalkulation. Die Banken erkennen, dass die neuen regulatorischen Rahmenbedingungen die Risiken von Geldwäsche und Volatilität für Privatkunden verringern. Gleichzeitig wollen sie keine Kunden verlieren, die bereits digitale Vermögenswerte auf externen Plattformen halten. Die Integration in eine einzige App vereinfacht nicht nur das Handling, sondern verschafft der Bank auch die Kontrolle über diese Finanzströme.

Für den gewöhnlichen Sparer ist dies nicht bloß ein neuer Button in der App. Vielmehr eröffnet sich die Möglichkeit, Ersparnisse innerhalb der vertrauten Bank zu diversifizieren, ohne ein Konto bei einer externen Börse eröffnen zu müssen. Es bleibt jedoch die zentrale Frage, wie nachhaltig sich die neuen Regeln erweisen werden, sollte der Markt erneut starke Schwankungen zeigen. Die Vergangenheit hat bereits gezeigt, dass regulatorische Lockerungen jederzeit wieder rückgängig gemacht oder überarbeitet werden können.

Die Entscheidung der Bank Leumi ist ein klares Signal dafür, dass traditionelle Finanzinstitute Kryptowährungen schrittweise in ihre Infrastruktur integrieren, anstatt sie zu bekämpfen. Für diejenigen, die ihre persönlichen Finanzen verwalten, ist dies ein Anlass zu überdenken, welchen Anteil ihres Portfolios es sinnvoll ist, in digitalen Vermögenswerten und über welche Kanäle zu halten. Wichtig ist dabei jedoch, nicht zu vergessen, dass Kryptowährungen auch innerhalb einer Bank ein hochriskantes Instrument bleiben.

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Quellen

  • Israel’s Largest Bank Will Give Bitcoin Trading Another Try

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